Jhoniriel Perez in Netzelektriker-Ausrüstung bei Primeo Energie

Ein Superheld in Ausbildung

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3 min
30.09.2022

Jhoniriel Perez ist einer der sieben Lernenden, die im August 2022 ihre Ausbildung bei Primeo Energie begonnen haben. Das Besondere: Er ist der Erste, der im Unternehmen eine Vorlehre absolviert. Dabei hat der junge Mann aus der Dominikanischen Republik einige Hürden zu überwinden.

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Ein Nachbar war es, der Jhoniriel Perez damals auf die Idee brachte, Netzelektriker zu werden. «Als ich ein Kind war, schaute ich ihm stundenlang bei der Arbeit zu und war fasziniert», erzählt der 20-Jährige. In seinem Herkunftsland, der Dominikanischen Republik, seien Netzelektriker so etwas wie Superhelden. Denn sie sind es, die nach einem der häufigen Stromausfälle die Energie wieder zum Fliessen bringen. «Vielleicht bin ich bald auch so ein Superheld», sagt Perez und lacht.

Vom Schnupper- zum Lehrling

Seine Superheldenschule ist Primeo Energie. Anfang 2022 bewarb er sich erfolgreich um eine Schnupperlehre. Während einer solchen Schnupperlehre haben Jugendliche die Gelegenheit, eine Woche lang den Netzelektrikerberuf näher kennenzulernen.

Jhoniriel Perez in Netzelektriker-Ausrüstung bei Primeo Energie mit Ausbildner Rene Umher.

Arbeiten eng zusammen: Jhoniriel Perez und Berufsbildner René Umher.

«Jhoni kam zu einer Schnupperwoche, und es lief sehr gut», sagt Berufsbildner René Umher. Er leitet den Kreismonteurposten in Therwil, wo Perez, den sie hier nur Jhoni nennen, seinen Arbeitsplatz hat. «Wir wussten zwar, dass das Deutsch für ihn eine Herausforderung darstellt, aber wir wollten ihm eine Chance geben», so Umher. Und Jhoniriel nutzte sie. «Er arbeitet sehr gut mit, packt an, hilft und ist sich vor allem auch nicht zu schade, ab und zu schmutzig zu werden», so der Berufsbildner.

«Netzelektriker ist mein Traumberuf.»

Jhoniriel Perez

Arbeit und Schule kombiniert

Nach der Schnupperwoche stand dann die Frage im Raum: Wie geht es weiter für Jhoniriel Perez? Ein Test ergab Nachholbedarf in Mathe und Deutsch. Für eine reguläre Ausbildung reichte es also noch nicht. Die Lösung: eine Vorlehre. Dabei handelt es sich um ein einjähriges Brückenangebot. Es richtet sich an junge Erwachsene, die nach der obligatorischen Schulzeit noch Defizite aufweisen. Es ist das erste Mal, dass Primeo Energie eine Vorlehre anbietet.

Jhoniriel Perez in Netzelektriker-Ausrüstung bei Primeo Energie

In seiner Vorlehre als Netzelektriker lernt Jhoniriel Perez viel, was ihn auf die Berufsausbildung vorbereitet.

«Ich bin jetzt zwei Tage die Woche am ZBA (Zentrum für Brückenangebote) in Muttenz und lerne dort berufsbegleitend Deutsch und Mathe. Die anderen drei Tage bin ich im Betrieb», erklärt Perez. Dort ist er mit seinen Arbeitskollegen unterwegs, begleitet sie im Alltag bei der Arbeit. «Sie zeigen mir alles, und ich lerne viel», sagt Perez. Selbst dürfe er zwar noch nicht viel machen. «Aber die Kollegen sind sehr hilfsbereit, und es macht viel Spass.»

Im Anschluss an die Vorlehre, so der Plan, soll dann die reguläre, dreijährige Ausbildung zum Netzelektriker beginnen. René Umher freut sich über die gefundene Lösung. «Wenn ich spüre, dass jemand motiviert ist, dann möchte ich ihm eine Chance geben, auch wenn es nicht einfach ist. Bei Jhoni ist das definitiv der Fall», so der Ausbildner. «Jhoni möchte in der Schweiz Fuss fassen, er möchte eigenständig sein und unabhängig. Als Primeo Energie haben wir die Aufgabe, ihn zu fördern.»

Traumberuf Netzelektriker

Jhoniriel Perez selbst gefällt seine Ausbildung bei Primeo Energie. «Es ist sehr spannend, und ich lerne viel», sagt er. In seinem Herkunftsland, der Dominikanischen Republik, sei der Job als Netzelektriker deutlich gefährlicher. «Es gibt praktisch nur Freileitungen, keine unterirdischen Kabel. Und immer mal wieder macht es bumm!» Perez ist fest entschlossen, die Vorlehre bei Primeo Energie abzuschliessen und dann die reguläre Ausbildung zu beginnen. «Für mich ist das hier wunderbar», sagt er und fügt hinzu: «Netzelektriker ist mein Traumberuf.»

Autor: Viktor Sammain

Foto: Viktor Sammain

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